Kanonkugeln auf dem Schloßberg

Kanonkugeln auf dem Schloßberg

von Ferdi Reuther

Im Frühjahr des Jahres 1971 ging ich mit meinem dreijährigen Sohn Martin auf den Schlossberg, um dort bei den Ausgrabungsarbeiten des Knappensaales und des Ostturmes zuzusehen. Plötzlich sah ich im Bauschutt einen verformten Klumpen aus Schlacke. Ich fragte die dort beschäftigten Arbeiter der Stadt Arnsberg, ob ich diesen mitnehmen könne. Sie bejahten dies. Vorsichtig begann ich zu Hause angekommen, die losen Stellen des Klumpens zu entfernen. Nach einiger Zeit sah ich, dass sich in diesem eine runde feste Stelle befand. Nun war ich neugierig geworden und bearbeitete den Fund vorsichtig weiter. Nachdem ich weitere Schichten der Schlacke entfernt hatte, war die Mühe nicht umsonst: Eine Originalkanonenkugel lag vor mir. Am nächsten Tag benachrichtigte ich dem damaligen Stadtdirektor Dr. Hermann Herbold und zeigte ihm den Fund. Er freute sich und sagte zu mir, dass ich diesen behalten könne. Einige Tage später habe ich noch 2 weitere Kanonenkugeln gefunden. Die Kugeln haben einen Durchmesser von 70 mm und wiegen 1300 Gramm.

Das Arnsberger Schloss wurde am 15. April 1762 durch Truppen des Erbprinzen von Braunschweig umzingelt. Ab dem 19. April 1762 wurde das Schloss beschossen. Wo jetzt im Norden der Stadt in der Nähe der Hl.-Kreuz-Kirche auf dem Galgenberg die Gebäude von Mariannhill stehen, war die schwerste Artillerie aufgefahren. Was nach 2000 Kanonenschüssen, 300 Feuerkugeln und 1200 Bomben nicht ausbleiben konnte: Das Schloss brannte und wurde am 22. April 1762 endgültig zerstört.

Der zeitgenössische Plan (gezeichnet von Horst Krämer) zeigt den genauen Standort der einzelnen Batterien.

Der oben abgebildete Originalplan “Arnsberg 1762” ist “gewestet”, das heißt “Norden” befindet sich rechts.
Zum besseren Vergleich mit dieser schematischen Zeichnung der Schlossbeschießung müsste der Originalplan also hochkant gestellt werden:

A” Batterie von 4 Mortiers und 2 sechspfündigen Canons

“B” Batterie von 6 zwölfpfündigen Canons

“C” Batterie von 2 Haubitzen und 4 sechspfündigen Canons

“D” Batterie von 2 Haubitzen

“E” 1 Stück dreizehnpfündige Haubitze