Film: Das Geheimnis vom Brinkenhof

Film: Das Geheimnis vom Brinkenhof

Endlich fertig gestellt – Die Restaurierung des in Arnsberg und Umgebung gedrehten Stummfilm-Klassikers “Das Geheimnis vom Brinkenhof”

Für Arnsbergs Heimatfreunde, besonders für die Liebhaber alter Bilder und Filme, ist das sicherlich ein Leckerbissen, denn diesen Film kennt man bei uns eigentlich nur aus den Erzählungen der älteren Generation, die die Augenzeugenberichte und Anekdoten von 1923 weitergeben haben.

Doch hier zunächst mal ein Einstieg in die dramatische Filmhandlung: Schon in den ersten Minuten erfährt der Zuschauer, dass der Brinkenhof einst durch Brandstiftung zerstört worden war. Anton, einer der Brüder vom Brinkenhof war dabei umgekommen, und sein Bruder Jasper, den alle für den “Mordbrenner” halten, war nach Amerika geflohen. Inzwischen hat Antons Tochter Maria, gespielt von Henny Porten, dem ersten deutschen Superstar des Films, den Hof in harter Arbeit wieder aufgebaut und zu wirtschaftlichem Erfolg geführt. Irgendwie muss Jasper davon erfahren haben, kehrt mit Schiff und Bahn in Sauerland zurück und will den Hof mit aller Macht übernehmen.Maria, überall beliebt und respektiert, kann sich auf die Hilfe ihrer Bekannten und ihrer Angestellten verlassen, wäre da nicht ein dunkler Punkt in ihrer Vergangenheit, der sie für Jasper erpressbar macht….Mehr verraten wir an dieser Stelle zunächst nicht, denn der Arnsberger Heimatbund wird in diesem Jahr alle interessierten Heimatfreunde zu einer Vorführung einladen.

In ihren Erinnerungen schreibt Henny Porten:
“In Das Geheimnis vom Brinkenhof sah das Publikum neben mir zum ersten Mal einen Schauspieler, der später jahrzehntelang das Publikum schmunzeln ließ: Paul Henckels”

v.l.: Alf Blütecher, Henny Porten, Gertrud Eysoldt in der Verlobungsszene. Die am Boden liegende Brautkrone spielt eine für die Stummfilmära charakteristische Rolle… (Aufnahme aus einem alten Filmspiegel)

Der am 25.12.1923 im Alhambra am Berliner Kurfürstendamm uraufgeführte Film hatte selbstverständlich in Arnsberg seine ganz besondere Anhängerschar.

Dazu schreibt Volker Hansmann (VOHA) in der Arnsberger Post vom 27.03.2002 einen Artikel unter Überschrift: “Henny Porten hatte im Hotel Husemann Zimmer Nr. 7”. Darin heißt es:
“Morgens um 9 war die beste Zeit, Henny Porten aus der Nähe zu sehen. Einige standen dann auch dort und warteten auf den ‘Star’. Henny Porten…ließ sich gewöhnlich, bevor sie ins Auto stieg, im Fenster des ersten Stocks sehen. Dieses Fenster hieß fortan ‘Henny-Porten-Fenster’. Der Film wurde später im ‘Urania-Kino’ (früher Königstraße) gezeigt und alles, was Beine hatte, eilte zu ‘Feislachen Bosko’. Auch aus der Umgebung Arnsbergs eilten ganze Völkerscharen nach hier, um den Film mit Aufnahmen aus Arnsberg und Arnsbergs Umgebung zu sehen. Auch das Bahnhofshotel mit dem Besitzer Höynck, der ewig eine Zigarre im Mundwinkel stecken hatte, war mit im Film aufgenommen.”

Der Arnsberger Heimatbund freut sich sehr, Volker Hansmanns damalige Schlussfrage “Ob der Film noch in den Filmarchiven liegt?” mit ja beantworten zu können. Wir freuen uns auf die Präsentation in Zusammenarbeit mit dem  Bundesarchiv- Filmarchiv, das mit großem Aufwand für die Wiederherstellung gesorgt hat. Unser Dank gilt Barbara Schütz und Ute Klawitter für ihre freundliche Unterstützung.   

Henny Porten

Und hier noch ein paar Daten zum Film:


Das Geheimnis vom Brinkenhof
Szenen in Arnsberg:Herstellung des neuen Pfluges und die wunderschöne Romanze zwischen Maria und Jans in Hövels SchmiedeZwischenschnitte und Einstellungen zum Wechsel von Land und Stadt am Glockenturm und am Alten MarktBahnhof und Bahnhofshotel
 (s. oben) und ….Szenen im Sauerland:Das Gut der Familie von Wrede in Sundern – Ameckeund viele Orte, die noch zugeordnet werden müssen
Romanvorlage“Die Brinkschulte” von Josef von Lauff 1913
RegieSvend Gade
BautenHeinrich Beisenherz
KinomusikWilli Kappelt
Darsteller 
Henny PortenMaria Brinkschulte (auch Brinkenhof)
Paul HenckelsJasper Brinkschule (auch Brinkenhof)
Paul ManningAnton Brinkschulte (auch Brinkenhof)
Alexander WiruboffKardell-Fin, genant der Spökenkieker
Rudolf BiebrachJans Stedink, der Schmied
Alf BlütecherHeinrich Jörn, Schmiedegeselle
Gertrud EysoldtJungfer Eli
Robert LefflerLars, der Großknecht

Szenen in Arnsberg:

Herstellung des neuen Pfluges und die wunderschöne Romanze zwischen Maria und Jans in Hövels Schmiede

Zwischenschnitte und Einstellungen zum Wechsel von Land und Stadt am Glockenturm und am Alten Markt Bahnhof und Bahnhofshotel (s. oben)

Szenen im Sauerland: Das Gut der Familie von Wrede in Sundern – Amecke und viele Orte, die noch zugeordnet werden müssen